
In der Welt der Pferdehaltung zählt die richtige Ernährung zu den wichtigsten Grundlagen für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude eines Tieres. Die Frage Was fressen Pferde ist dabei der Einstieg in ein komplexes System aus Biologie, Haltung, Jahreszeit und individuellen Bedürfnissen. Dieser Leitfaden verbindet fundierte Fütterungskonzepte mit praktischen Tipps aus der Stallpraxis und berücksichtigt regionale Gegebenheiten, wie sie typisch in Österreich vorkommen. Ziel ist es, dass Pferde nicht nur satt werden, sondern gesund bleiben, ein schönes Fell zeigen und eine stabile Verdauung behalten.
Was fressen Pferde allgemein? Grundprinzipien einer artgerechten Fütterung
Was fressen Pferde? Die Antwort beginnt bei der Natur des Pferdes als Floravertreter der Grasgräser. Pferde sind Konzentrat-Fresser, die sich am besten von hochwertigem Heu, Gras und angepasst abgestimmtem Kraftfutter ernähren. Die Verdauung erfolgt größtenteils im Dünndarm und im gravierenden Umfang im Blind- und Dickdarm, wo Mikroorganismen die Rohfaser abbauen. Daraus ergibt sich ein Grundprinzip: Die Basisernährung ist Raufutter (Heu, Gras), ergänzt durch gezielt dosierte Zusatzstoffe, um Mineralstoffe, Vitamine, Proteine und Energie je nach Bedarf bereitzustellen. Eine ausgewogene Fütterung berücksichtigt Alter, Rasse, Ausbildungsstand, Gesundheitszustand und Arbeitsbelastung eines Pferdes.
Beibehalten werden sollte ein regelmäßiger Fütterungsrhythmus: Hohe Stabilität in Bezug auf Fütterungszeiten unterstützt die Verdauung und reduziert Stress. Austrianische Reit- und Zuchtbetriebe setzen oft auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt einer großen Hauptmahlzeit. Wasser steht jederzeit bereit, denn die Wasseraufnahme ist essenziell für die Verdauung und den Stoffwechsel.
Was fressen Pferde: Grundfutter als Fundament
Das Fundament jeder Fütterung bildet qualitativ hochwertiges Raufutter. In der Praxis bedeutet das: Heu ist die wichtigste Quelle für Rohfaser und Energie, gefolgt von frischem Gras (Weide) oder Grasheu, je nach Saison. Die Qualität des Grundfutters bestimmt maßgeblich, wie gut das Pferd die Zusatzstoffe toleriert und verwertet. Die großen Fragen lauten hier: Welche Heulage oder welches Heu ist geeignet? Wie viel Gras darf das Pferd wirklich bekommen? Und wie lassen sich Futterkosten sinnvoll reduzieren, ohne Abstriche bei der Gesundheit zu machen?
Heuqualität: Worauf kommt es an?
Hochwertiges Heu zeichnet sich durch geringe Staubentwicklung, angenehmen Geruch, geringe Schimmelbildung und einen hohen Rohfasergehalt aus. Ein guter Indikator ist der Rohfaseranteil (NDF/ADF) sowie der energieliefernde Gehalt pro Kilogramm. In der Praxis bedeutet das: Achten Sie auf Heu mit faserreicher Struktur, wenig Staub und keinen modrigen oder muffigen Geruch. Vermeiden Sie Heu mit sichtbaren Schimmelstellen, Feuchtigkeit oder erheblicher Staubentwicklung, da beides Atemwegsprobleme begünstigen kann. Für ältere oder empfindliche Pferde empfiehlt sich oft eine gründliche Saat- oder Rauhfasernahrung in Form von Heu mit niedrigem Allergiepotenzial.
Gras: Frisches Weidegras und seine Rolle
Frisches Gras ist eine natürliche Quelle für Energie, aber der Protein- und Zuckergehalt variiert stark je nach Jahreszeit. Im Frühjahr und frühen Sommer kann Gras eine hohe Zuckerlast tragen, weshalb besonders empfindliche Pferde (z. B. Pferde mit Stoffwechselproblemen oder Hufrehe-Risiko) Weidezeiten dosiert bekommen sollten. Auf der Weide ist es wichtig, sofort nach dem Weidegang eine kurze Ruhephase oder eine kleine Zusatzmahlzeit anzubieten, damit der Verdauungstrakt sich anpasst. In Österreich sind Weideflächen oft reich an Weidelgrasarten, die eine gute Balance aus Nährstoffen liefern, sofern die Weide regelmäßig kontrolliert wird (Pflanzenrückstände, Unkraut, giftige Pflanzen).
Zusatznutzen von Grasfutter: Frischgras liefert oft eine bessere Balance aus Proteinen, Mineralstoffen und Spurenelementen als getrocknetes Futter. Es unterstützt die Verdauung, fördert die Speichelproduktion und liefert Bewegungsenergie, was besonders für aktive Freizeit- oder Leistungspferde wichtig ist. Allerdings sollten reife oder ältere Pferde mit reduziertem Verdauungsvermögen nicht zu viel Gras in unkontrollierten Mengen bekommen – hier helfen Ruhezeiten nach dem Weidegang und eine angepasste Fütterung.
Raufutter-Varianten: Heu, Gras, Stroh
Neben Heu und Gras gibt es Situationen, in denen Stroh als Futtermahlzeit genutzt wird – allerdings nur als Ergänzung und in bestimmten Fällen als grobe Faserquelle bei Übergewicht oder Verdauungsproblemen. Stroh besitzt deutlich weniger Nährstoffe als Heu und Gras und sollte daher mit Bedacht eingesetzt werden. In der Praxis empfehlen Fachleute, Stroh eher sparsam einzusetzen und den größten Teil der Faser aus hochwertigem Heu oder Gras zu beziehen.
Kraftfutter und Zusatzstoffe: Wenn mehr Energie und Nährstoffe gebraucht werden
Was fressen Pferde in Bezug auf Kraftfutter? Kraftfutter wird eingesetzt, um den Energie- und Proteinbedarf zu decken, insbesondere bei sportlichen oder heranwachsenden Pferden. Dabei gilt es, die Aufnahme so zu gestalten, dass Verdauungsgesundheit, Stoffwechselbalance und Gewichtskontrolle gewahrt bleiben. Die Hauptkomponenten sind Getreide, Pellets, Öle, Faserquellen sowie Mineralstoffe und Vitamine. In der Praxis bedeutet das eine maßvolle Kombination aus Raufutter und Zusatzstoffen, abgestimmt auf den individuellen Bedarf des Pferdes.
Getreidearten und ihre Rolle
Hafer gilt seit jeher als klassisches Grundfutter für Pferde. Er ist leicht verdaulich, liefert Energie und hat einen moderaten Stärkegehalt. Gerste und Mais finden ebenfalls Platz in bestimmten Fütterungssituationen, insbesondere bei sportlich aktiven Pferden oder bei Bedarf an höherer Energiedichte. Wichtig ist jedoch die richtige Dosierung: Ein Überschuss an Stärke kann zu Verdauungsproblemen und Stoffwechselproblemen führen, insbesondere bei Pferden mit Neigung zu Hufrehe oder Insulinresistenz. In der Praxis wird oft Hafer als Basiskraftfutter verwendet, ergänzt durch spezialisierte Pellets, die maßgeblich Mineralstoffe, Vitamine und Proteine liefern.
Pellets, Körnerfutter und Rationenplanung
Pellets bieten den Vorteil einer gleichmäßigen Nährstoffzufuhr und einer einfachen Dosierung. Sie ermöglichen es, die Kalorien- und Proteinaufnahme präzise zu steuern. Körnerfutter in pelletierter oder nugelförmiger Form wird oft genutzt, um Mangelzustände gezielt auszugleichen. Beim Zusammenstellen der Futterration ist es sinnvoll, eine grobe Gleichung zu verwenden: Restfutter vom Heu (Raufutter) plus bedarfsgerechte Zusatzstoffe (Pellets, Mineral- und Vitaminmittel) plus ggf. Fettfutter (Öle). Die Kunst besteht darin, die Rationen so zu gestalten, dass der Energiebedarf des Pferdes exakt gedeckt ist, ohne Übergewicht zu riskieren. In Praxen österreichischer Ställe ist die regelmäßige Überprüfung der Rationen in Verbindung mit Körperkonditions-Score (BCS) üblich, um eine optimale Balance zu erreichen.
Mineralstoffe,Vitamine und Kalzium-Phosphor-Verhältnis
Mineralstoffe sind essentiell für Knochenaufbau, Muskel- und Stoffwechselprozesse. Besonders Calcium und Phosphor müssen in einem passenden Verhältnis zueinander stehen. In der Praxis bedeutet das, dass ein ausgewogenes Mineralfutter oder ein gezieltes Mineralstoffgranulat eingesetzt wird, um Defizite auszugleichen. Vitaminpräparate werden je nach Bedarf ergänzt, zum Beispiel Vitamin E für Muskelgesundheit oder Vitamin A/D je nach Licht- und Hengst-/Stallbedingungen. Hand in Hand damit gehen Salz- oder Mineralsten, die dem Pferd jederzeit zur Verfügung gestellt werden sollten, um eine ausreichende Aufnahme sicherzustellen.
Obst und Gemüse: sichere Leckerbissen ohne Verdauungsprobleme
Obst und Gemüse können den Futterplan sinnvoll ergänzen, liefern aber zusätzliche Kalorien und Zucker. Daher gilt: In Maßen verfüttern und nur unversehrte, frische Ware verwenden. Typische Beispiele sind Karotten, Äpfel oder Birnen. Obstsorten sollten in moderaten Mengen angeboten werden, besonders bei Pferden mit Stoffwechselproblemen oder Übergewicht. Gemüse wie Gurken oder Zucchini kann ebenfalls eine erfrischende Abwechslung bieten, ohne die Kalorien zu stark steigen zu lassen. Wichtig ist, dass Obstkerne, Obststeine oder Kerne vermieden werden, da sie ein Risiko für Magen-Darm-Verstopfungen darstellen können.
Sichere und riskante Obst-/Gemüsesorten im Überblick
- Karotten, Apfelstücke: einfache, beliebte Leckerbissen, in kleinen Mengen pro Tag
- Bananen: gelegentlich und in geringen Mengen als Snack
- Kohlarten, Zwiebelgewächse: vermeiden, da sie Verdauungsprobleme verursachen können
- Avocado, rohe Kartoffeln, Rosinen: grundsätzlich meiden, da Toxine und Zuckerlast problematisch sind
Spezielle Fütterung für verschiedene Pferdetypen
Pferde sind unterschiedlich – Jungpferde, Senioren, Sportpferde und Freizeitpferde benötigen individuelle Fütterungskonzepte. Die richtige Fütterung hängt eng mit dem Alter, dem Bewegungsumfang, dem Gesundheitszustand und dem Ziel des Pferdes zusammen. In Österreich sind Stallhaltung, Weidezugang und saisonale Futterverfügbarkeiten zentrale Kriterien, die in die Fütterungsplanung einfließen.
Fohlen und junge Pferde
Junge Pferde benötigen hochwertiges Proten- und Mineralstoffangebot, das das schnelle Wachstum unterstützt, ohne zu Lasten der Gelenke zu gehen. Milde Rationen mit gut verdaulichem Protein, ausreichend Calcium und Phosphor sowie eine gute Rohfaser sind wichtig. In der Praxis bedeutet das, dass Fohlen zunächst ausreichend Heu oder Gras erhalten, abgestützt durch spezielle Futter für Aufzucht und Muskelaufbau. Die Fütterung sollte schrittweise erhöht werden, während das Tier wächst, begleitet von tierärztlicher Kontrolle.
Seniorenpferde
Ältere Pferde profitieren von leicht verdaulichem Futter, das Muskel- und Knochenstoffwechsel unterstützt. Oft werden leicht verdauliche Pellets, angepasste Mineralstoffe und moderate Energiefutter ergänzt, während der Rohfaseranteil hoch bleibt. Knöcherne Probleme, Zahnprobleme und Verdauungsreize verlangen harte Anpassungen im Fütterungsrhythmus. Häufig wird die Futteraufnahme in kleinere Portionen über den Tag verteilt, um eine gute Verdauung zu gewährleisten.
Sport- und Arbeitspferde
Leistungsfähige Pferde benötigen mehr Energie, Proteine und Antioxidantien. Kraftfutteranteile steigen, während Hauptfutter aus hochwertigem Heu bestehen kann. Gleichzeitig ist eine sorgfältige Kontrolle der Gewichtsentwicklung und der Gesundheit unerlässlich, um das Risiko von Stoffwechselstörungen oder Hufproblemen zu minimieren. Spezielle Fettquellen, hochwertige Proteine und Mineralstoffe unterstützen Regeneration und Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig werden Ruhepausen und Wiederherstellung berücksichtigt, damit der Körper Zeit zur Anpassung hat.
Futterverhalten, Verdauung und Fütterungsrhythmen
Das Verhalten der Verdauung spielt eine zentrale Rolle im täglichen Fütterungsplan. Pferde sind monotone Fresser, die über den Tag verteilt kleine Mahlzeiten bevorzugen. Lange Fresspausen erhöhen das Risiko für Koliken oder eine unausgeglichene Verdauung. Deshalb gilt: Regelmäßige Fütterungszeiten, großzügiger Zugang zu sauberem Wasser und eine stabile Umgebung. In ländlichen Regionen Österreichs ist die Abwechslung zwischen Stallfütterung und Weidegang häufig ein natürlicher Bestandteil des Fütterungssystems.
Fütterungsrhythmen optimal gestalten
- Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag statt einer großen Mahlzeit
- Raufutterbasis vor Kraftfutter, um das Verdauungssystem zu schützen
- Wasser stets verfügbar, idealerweise in mehreren Portionsquellen
- Langsame Umstellung neuer Futterkomponenten, um Verdauungsprobleme zu vermeiden
Was fressen Pferde nicht oder nur eingeschränkt
Bestimmte Lebensmittel können zu schweren Problemen führen oder gar gefährlich sein. Dazu gehören Schokolade, Kaffee, stark zuckerhaltige Snacks, Alkohol und Zwiebelgewächse in größeren Mengen. Giftige Pflanzen in Weide oder Umfeld können akute Vergiftungen verursachen. Eine sichere Stallumgebung bedeutet daher, Giftpflanzen im Grünland zu erkennen und ggf. aus dem Weidebereich zu entfernen oder Fernhalten. Eine sorgfältige Beobachtung des Pferdes bei Neueinführung neuer Futtermittel hilft, Unverträglichkeiten früh zu erkennen und zu vermeiden.
Häufige Fütterungsfehler und wie man sie vermeidet
Selbst erfahrene Halter machen gelegentlich Fehler, die sich auf Gewicht, Verdauung oder Leistungsfähigkeit auswirken. Typische Fallstricke sind:
- Zu schnelles Aufdosieren von Kraftfutter, was zu Verdauungsstörungen führen kann
- Unzureichende Wasseraufnahme oder unregelmäßige Fütterungszeiten
- Zu wenig Raufutter oder unausgewogene Mineralstoffzufuhr
- Fütterung in Stresssituationen oder bei Krankheiten
Lösungen liegen oft in einer systematischen Fütterungsplanung, regelmäßigen Anpassungen der Rationen auf Basis von Körperkonditionsscore (BCS) und ärztlicher Beratung. Eine enge Zusammenarbeit mit Tierärzten, Fütterungsexperten und Stallmanagern hilft, langfristig stabile Ergebnisse zu erzielen.
Praktische Tipps für eine erfolgreiche Fütterung im Stall
Diese praxisnahen Hinweise helfen, das Thema Was fressen Pferde in den Alltag zu integrieren:
- Erstellen Sie einen wöchentlichen Fütterungsplan, der Raufutter, Kraftfutter und Mineralstoffe berücksichtigt.
- Vermeiden Sie plötzliche Umstellungen. Führen Sie neue Futtermittel schrittweise ein.
- Überprüfen Sie regelmäßig Heu- und Grasqualität, besonders vor dem Winter und in trockenen Jahreszeiten.
- Beobachten Sie die Verdauung und das Körpergewicht. Nutzen Sie den Konditionsscore als Indikator.
- Kommunizieren Sie mit dem Tierarzt bei Verdacht auf Stoffwechselprobleme oder Kolikrisiken.
- Berücksichtigen Sie saisonale Futterverfügbarkeiten und passen Sie das Fütterungsprogramm darauf an.
Was fressen Pferde in der Praxis: Beispielhafte Fütterungspläne
Für verschiedene Lebensphasen und Aktivitätsgrade können Musterpläne hilfreich sein. Diese Beispiele sind Orientierungen und sollten individuell angepasst werden:
Beispiel 1: Freizeitpferd mit moderater Aktivität
Basisfutter: Heu (12–14 kg/Tag, je nach Bedarf), Gras als Ergänzung, frische Zugabe von Gras während der Weidezeit. Kraftfutter: Hafer oder Haferbasierte Pellets in moderater Menge (ca. 0,6–1,0 kg pro Tag, aufgeteilt in zwei Portionen). Mineralstoffe und Salzgeleitetes Mineralfutter gemäß Herstellerangaben. Wasser konstant verfügbar.
Beispiel 2: Sportpferd in Trainingsphase
Basisfutter: Heu (15–18 kg/Tag je nach Größe), Gras auf Weide oder Weideersatz. Zusatzfutter: Pellets oder Körnerfutter mit höherem Protein- und Phosphoranteil, ergänzt durch Mineralstoffmutter. Fett ergänzen (z. B. hochwertige Fettquellen) zur Energieoptimierung. Verteilte Futtermahlzeiten über den Tag. Regelmäßige Gewichtskontrollen und ggf. Anpassungen.
Beispiel 3: Seniorpferd mit Zahnschmerzen
Basisfutter: Weich gepresstes Heu oder Heu-aufgeschlossener künstlicher Fasergrit, ggf. Weidezugang stark eingeschränkt. Leicht verdauliches Kraftfutter (Pellets) mit reduzierten Stärkeanteilen. Mineralstoffe und Vitaminpräparate angepasst an die Bedürfnisse alter Knochen und Muskeln. Häufigere, kleinere Mahlzeiten sorgen für bessere Verdauung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was fressen Pferde bevorzugt?
Bevorzugt wird Raufutter wie Heu oder Gras. Darüber hinaus dient eine bedarfsgerechte Ergänzung durch Konzentratfutter, Vitamine und Mineralstoffe dazu, den individuellen Bedarf zu decken.
Wie viel Heu braucht ein Pferd pro Tag?
Die Faustregel hängt von der Größe, dem Gewicht und dem Aktivitätsniveau ab. In der Praxis gelten oft 1,5 bis 2,0 Prozent des Körpergewichts als Ballaststoffzufuhr pro Tag. Beispielsweise benötigen größere Pferde deutlich mehr Heu als Ponys, sofern kein Grasheuzugang besteht.
Wie erkenne ich Fütterungsprobleme frühzeitig?
Achten Sie auf Verhaltensänderungen, Verdauungsprobleme wie Blähungen, Kolikanzeichen oder Durchfall, sowie Veränderungen im Fellzustand und Gewicht. Ein plötzlicher Gewichtsverlust oder -zuwachs kann auf eine Fehlausstattung hinweisen. Bei Verdachtsmomenten konsultieren Sie zeitnah einen Tierarzt.
Wie viel Gras darf ein Pferd am Tag maximal fressen?
Zu viel Gras in unkontrollierter Form kann zu Überladung des Verdauungstrakts und Stoffwechselproblemen führen. Eine gesunde Praxis ist, Weidezeit zu dosieren, das Pferd nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt zu lassen und eine gute Balance zwischen Weidegang und Raufutter zu wahren.
Fazit: Was fressen Pferde – eine ganzheitliche Perspektive
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frage Was fressen Pferde eine komplexe, aber gut beherrschbare Thematik ist, wenn man sie systematisch angeht. Die Basis bildet hochwertiges Raufutter als Hauptenergiequelle, ergänzt durch bedarfsgerechte Zusatzstoffe wie Kraftfutter, Mineralstoffe, Vitamine und Fett. Die individuellen Bedürfnisse variieren stark je nach Alter, Rasse, Aktivität und Gesundheitszustand. Ein gut durchdachter Fütterungsplan, regelmäßige Kontrolle von Gewicht und Kondition sowie die Beachtung regionaler Gegebenheiten in Österreich helfen, langfristig Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Pferde sicherzustellen. Mit diesem Wissen lässt sich Was fressen Pferde gezielt optimieren – für glückliche Pferde, zufriedene Besitzer und eine erfolgreiche Stallpraxis.